
Österreich
Durnstein
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Im Dezember 1192 wurde König Richard I. von England – der Löwenherz – vom Herzog Leopold V. von Österreich gefangen genommen und in der Burg über Dürnstein eingekerkert, ein Ergebnis der Beleidigungen, die während des Dritten Kreuzzugs ausgetauscht wurden. Der Legende nach wanderte Richards treuer Minnesänger, Blondel de Nesle, von Burg zu Burg und sang ihr gemeinsames Lied, bis er die Stimme des Königs hinter den Mauern dieser Wachau-Festung hörte. Die romantischen Ruinen dieser Burg krönen noch immer den felsigen Vorsprung über dem Dorf, erreichbar über einen steilen Pfad, der Wanderer mit Panoramablicken auf die Donau belohnt, die sich durch terrassierte Weinberge und Aprikosenhaine schlängelt.
Dürnstein ist das Juwel des Wachau-Tals, einem dreißig Kilometer langen Abschnitt der Donau zwischen Melk und Krems, den die UNESCO als Kulturlandschaft von herausragendem universellem Wert anerkannt hat. Das Dorf selbst ist unbeschreiblich malerisch: Eine einzige gepflasterte Hauptstraße zieht sich zwischen Renaissance- und Barockhäusern hindurch und führt zur Stiftskirche, deren blau-weißer Barockturm — eines der meistfotografierten Wahrzeichen Österreichs — über einer Ansammlung von cremefarbenen Gebäuden wie ein Ausrufezeichen emporragt. Mit einer ständigen Bevölkerung von kaum neunhundert fühlt sich Dürnstein weniger wie eine Stadt an als wie ein Bühnenbild, dessen blumenbeladene Balkone und pastellfarbene Fassaden mit theatralischer Präzision komponiert sind.
Die Wachau ist Österreichs erstklassige Weinregion, und Dürnstein liegt im Herzen dieser malerischen Landschaft. Die steilen, nach Süden ausgerichteten Terrassen über dem Dorf produzieren Grüner Veltliner und Riesling von außergewöhnlicher mineralischer Komplexität, geprägt durch das einzigartige Mikroklima des Tals, wo die pannonische Wärme aus dem Osten auf die kühle Atlantikluft aus dem Westen trifft. Besuchen Sie einen Heurigen — eine traditionelle Weinstube, in der Winzer ihre eigenen neuen Jahrgangsweine zusammen mit Platten von Wurst, Käse, Brot und Kürbiskernöl servieren — für einen authentisch österreichischen Abend. Die Wachau ist ebenso berühmt für ihre Marillen; Ende Juni und Juli reift die Frucht zur goldenen Perfektion und findet sich in Marillenknödeln, Marillenschnaps, Marmeladen und jeder erdenklichen Süßigkeit. Ein Stück Wachauer Marillenkuchen mit einem Kaffee auf einer Terrasse mit Blick auf die Donau ist eine der stillen Vollkommenheiten des Lebens.
Von Dürnstein entfaltet sich das Wachau-Tal in beide Richtungen mit mittelalterlichem Glanz. Die Benediktinerabtei Melk, zehn Kilometer flussaufwärts, zählt zu den großartigsten barocken Klöstern der Welt – ihre goldene Bibliothek, die Marmorsäle und das Kircheninnere, das fast vor opulenter Pracht schwelgt, inspirierten Umberto Ecos "Der Name der Rose". Flussabwärts bietet Krems Kunstgalerien, mittelalterliche Gassen und die Kunsthalle Krems für zeitgenössische Ausstellungen. Die auf einem Hügel gegenüber der Donau thronende Abtei Göttweig gewährt atemberaubende Ausblicke auf das Tal. Wien selbst liegt nur fünfundsiebzig Minuten östlich mit dem Auto entfernt, was es ermöglicht, die imperiale Hauptstadt mit einem Aufenthalt in der Wachau zu kombinieren.
Dürnstein ist ein beliebter Halt auf Donau-Kreuzfahrten, mit A-ROSA, AmaWaterways, APT Cruising, Avalon Waterways, Celebrity Cruises, CroisiEurope, Emerald Cruises, P&O Cruises, Riviera Travel, Scenic River Cruises, Uniworld River Cruises und VIVA Cruises, die alle hier anlegen. Nahegelegene Häfen sind Wien, Linz, Emmersdorf und Krems. Die Donau-Kreuzfahrtsaison erstreckt sich von April bis Oktober, wobei die Aprikosenblüten im April, die langen Dämmerungen im Juni und die Weinlese sowie die Herbstfarben im Oktober das Wachau-Tal in jeweils unterschiedlichem, ebenso bezauberndem Licht erscheinen lassen.







