
Österreich
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Linz, die drittgrößte Stadt Österreichs, hat sich von einem Industriezentrum zu einem der fortschrittlichsten kulturellen Reiseziele Europas neu erfunden – eine Transformation, die 2009 mit der Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt gewürdigt wurde. Doch die Geschichte der Stadt reicht bis zur römischen Grenzfeste Lentia zurück, die am Donaustrand errichtet wurde, um die nördliche Grenze des Imperiums zu bewachen. 1490 starb hier der Heilige Römische Kaiser Friedrich III., und Mozart komponierte seine "Linz"-Symphonie (Nr. 36) in einem frenetischen Zeitraum von vier Tagen während eines Besuchs im Jahr 1783. Der Hauptplatz der Stadt, einer der größten mittelalterlichen Plätze Österreichs, wird von barocken und rokokohaften Fassaden in Eiskrem-Pastelltönen – Rosa, Pistazie und Creme – umrahmt, die das Nachmittagslicht mit fotogener Präzision einfangen.
Das Ars Electronica Center, das markanteste Wahrzeichen von Linz, leuchtet nachts wie ein blau beleuchtetes Raumschiff am Nordufer der Donau. Im Inneren erkundet dieses "Museum der Zukunft" die Schnittstelle von Kunst, Technologie und Wissenschaft durch interaktive Ausstellungen zu künstlicher Intelligenz, Biotechnologie und digitalen Medien. Auf der anderen Seite des Flusses beherbergt das Lentos Kunstmuseum, ein Rechteck aus Glas und Stahl, das nach Einbruch der Dunkelheit in wechselnden Farben erstrahlt, eine herausragende Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst, darunter Werke von Klimt, Schiele und Kokoschka. Das Schlossmuseum, das in einer Burgruine auf einem Hügel mit Blick auf die Donau untergebracht ist, verfolgt die Geschichte Oberösterreichs von der Urgeschichte bis zur Gegenwart. Zusammen verleihen diese Institutionen Linz eine kulturelle Dichte, die Besucher überrascht, die nur mit einem provinziellen Zwischenstopp rechnen.
Linz beansprucht eine süße Auszeichnung: die Linzer Torte, die weithin als das älteste bekannte Kuchenrezept der Welt gilt (aus dem Jahr 1653), ist die Signaturkonfektion der Stadt. Diese mit einem Gittermuster verzierte Torte, hergestellt aus gemahlenen Mandeln, gewürzt mit Zimt und Nelken und gefüllt mit Johannisbeermarmelade, wird in jedem Café und jeder Bäckerei serviert.
Über die Torte hinaus spiegelt die kulinarische Szene Linz' die herzhaften Traditionen Oberösterreichs wider: Knödel (Brot- oder Kartoffelknödel) begleiten Schweinebraten und Sauerkraut; Tafelspitz (gekochtes Rindfleisch in Brühe mit Apfel-Meerrettich-Creme) bleibt eine Sonntagsinstitution; und die lokalen Biere von Stiegl und Hofstettner runden alles ab. Der Südbahnhofmarkt, der größte Freiluftmarkt Linz', ist der beste Ort, um lokale Produkte zu probieren, von Kürbiskernöl bis hin zu Bergkäse.
Von Linz aus bietet der Donau-Korridor einfachen Zugang zu einer Vielzahl von Attraktionen. Das Augustinerkloster St. Florian, zwanzig Kilometer südlich gelegen, beherbergt die Bruckner-Orgel – eine der größten Kirchenorgeln der Welt – und der Komponist Anton Bruckner ist unter ihr begraben. Das Mauthausen-Mahnmal, eine ernüchternde Erinnerung an das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager, liegt zwanzig Kilometer östlich. Das Wachau-Tal, mit seinen terrassierten Weinbergen, mittelalterlichen Dörfern und dem Stift Melk, beginnt weniger als eine Stunde flussabwärts. Und die Seen und Berge des Salzkammerguts – Hallstatt, Traunsee und Wolfgangsee – sind innerhalb von neunzig Minuten mit dem Auto oder Zug erreichbar.
Linz ist ein beliebter Halt für Donau-Kreuzfahrten, bedient von A-ROSA, AmaWaterways, Avalon Waterways, Celebrity Cruises, Emerald Cruises, Scenic River Cruises, Uniworld River Cruises, Viking und VIVA Cruises. Nahegelegene Hafenstädte sind Wien, Dürnstein, Melk und Passau. Die Donau-Kreuzfahrtsaison erstreckt sich von April bis Oktober, während die Weihnachtsmarktsaison im Dezember eine magische Alternative für Winterfahrten bietet.



