
Brasilien
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Camboriú – genauer gesagt Balneário Camboriú, die Küstenresortstadt, die sich den Spitznamen "das brasilianische Dubai" verdient hat – erhebt sich an der Küste von Santa Catarina in einer schillernden Wand aus Glas- und Stahlhochhäusern, die ebenso gut in Miami oder Doha stehen könnten. Doch hinter dieser ultramodernen Skyline verbirgt sich ein Ziel mit wahrer Tiefe: unberührte Atlantische Waldreservate, eine Seilbahn, die über goldene Strände schwebt, ein Nachtleben, das Hunderttausende von brasilianischen und argentinischen Besuchern anzieht, und eine kulinarische Kultur, die das italienische und deutsche Erbe der Siedler von Santa Catarina mit der tropischen Fülle der brasilianischen Küste verbindet.
Das Herzstück von Balneário Camboriú ist die Praia Central, ein vier Kilometer langer Sandbogen, flankiert von Hochhäusern und gesäumt von einer lebhaften Promenade. Der Strand ist das soziale Zentrum der Stadt – ein Ort, an dem sonnenverwöhnte Strandbesucher Footvolley spielen, Verkäufer Açaí-Schalen und gegrillten Käse am Spieß anbieten und die Energie von der Morgendämmerung bis weit nach Mitternacht unermüdlich festlich ist. Doch die wahren Stars der Küste liegen jenseits des zentralen Strandes. Das Unipraias-Seilbahnsystem verbindet die Praia Central mit der wilden, von Wäldern gesäumten Praia de Laranjeiras und schwebt über die Landzunge Pontal Norte mit panoramischen Ausblicken auf die Küste. Praia do Estaleiro und Praia de Taquaras, die über Wanderwege oder Wassertaxis erreichbar sind, bieten ruhigere, unberührte Schwimmgelegenheiten in Kulissen, die sich wie Welten entfernt vom städtischen Strand darunter anfühlen.
Die kulinarische Landschaft von Camboriú spiegelt die einzigartige kulturelle Mischung von Santa Catarina wider. Die deutschen und italienischen Einwanderer, die im neunzehnten Jahrhundert in den Bundesstaat kamen, brachten eine Tradition der Wurstwarenherstellung, des Bierbrauens und der Pasta-Herstellung mit, die bis heute anhält. In den Restaurants im Stadtzentrum werden hervorragende Schnitzel, handgemachte Ravioli und handwerklich gebraute Biere serviert, neben brasilianischen Klassikern wie Picanha (obere Hüfte) und Moqueca Catarinense – einer leichteren, tomatenbasierten Variante des bahianischen Meeresfrüchte-Eintopfs. Die Meeresfrüchte der Stadt, die aus dem kalten, nährstoffreichen südlichen Atlantik stammen, sind herausragend: Gegrillte Tainha (Meeräsche) ist die lokale Spezialität, besonders während des jährlichen Tainha-Laufs im Mai und Juni, während frische Austern aus dem nahegelegenen Florianópolis in den Bars am Kai mit Limette und Cachaça serviert werden.
Jenseits der Strände bietet die umliegende Region natürliche und kulturelle Ausflüge von echtem Wert. Der Parque Unipraias beherbergt Überreste des Atlantischen Regenwaldes, der von Tukanen, Kapuzineraffen und Orchideen belebt wird. Die koloniale deutsche Stadt Blumenau, eine Stunde landeinwärts, veranstaltet das zweitgrößte Oktoberfest Brasiliens und verzaubert mit ihrer Fachwerkarchitektur und den Bierhallen. Florianópolis, die Hauptstadt des Bundesstaates und "Insel der Magie", liegt anderthalb Stunden im Süden und bietet zweiundvierzig Strände von außergewöhnlicher Vielfalt – von den wilden, surfgepeitschten Dünen von Joaquina bis zu den ruhigen, von Mangroven geschützten Gewässern von Santo Antônio de Lisboa, wo azulejo-bedeckte Häuser über die Bucht blicken.
Camboriú ist ein Hafen für MSC Cruises und Seabourn auf ihren Küstentouren in Südamerika. Die Schiffe legen typischerweise an der modernen Hafenanlage in Navegantes an, gegenüber der Resortstadt, mit einem Shuttle-Service zum Strand und ins Stadtzentrum. Die beste Reisezeit ist von Dezember bis März, wenn der südliche Sommer warme Temperaturen, lange Strandtage und die elektrisierende Atmosphäre bringt, die Balneário Camboriú zu einem der begehrtesten Küstenziele Brasiliens macht.

