
Deutschland
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Eine Stunde Zugfahrt westlich von Berlin, wo die Havel sich zu einer Reihe von Seen weitet, die zwischen Wäldern und Wiesen schimmern, offenbart Brandenburg an der Havel tausend Jahre deutscher Geschichte in einer Kulisse aus wässriger Ruhe. Diese Stadt mit 72.000 Einwohnern – älter als Berlin selbst – war der Sitz der Markgrafschaft Brandenburg, des mittelalterlichen Fürstentums, das sich zum Königreich Preußen und schließlich zum Deutschen Kaiserreich entwickelte. Ihre drei historischen Inseln, die durch Brücken verbunden und von einem Netzwerk aus Kanälen, Flüssen und Seen umgeben sind, verleihen Brandenburg einen venezianischen Charakter, der Besucher überrascht, die mit der Strenge der Industrieära rechnen.
Der Dom St. Peter und Paul, das romanisch-gotische Wahrzeichen Brandenburgs, thront majestätisch auf der Dominsel und prägt seit 1165 das geistliche Leben der Stadt. Sein Inneres birgt mittelalterliche Fresken, einen Böhme-Altar aus dem 14. Jahrhundert und das Brandenburgische Dommuseum, dessen Sammlung mittelalterlicher liturgischer Textilien zu den besten Deutschlands zählt. Die Altstadtinsel, verbunden durch historische Brücken, bewahrt das Altstadtrathaus aus dem 15. Jahrhundert sowie die Rolandstatue – ein mittelalterliches Symbol für Marktrechte und bürgerliche Freiheit, das seit 1474 Wache hält.
Die Wasserwege Brandenburgs prägen seinen zeitgenössischen Charakter ebenso wie seine mittelalterlichen Monumente. Die Stadt liegt am Zusammenfluss mehrerer schiffbarer Routen, und die Seen Beetzsee und Brätlingsee bieten Segeln, Rudern und Schwimmen in Gewässern, die rein genug sind, um den EU-Badevorschriften zu entsprechen. Die Regattastrecke Beetzsee, eine Ruderbahn auf Olympiastandard, hat Weltmeisterschaften ausgerichtet und zieht weiterhin wettbewerbsorientierte Ruderer an. Für die weniger Wettkampfbegeisterten können Hausboote und Kanus gemietet werden, um die umliegenden Wasserwege zu erkunden, wo Eisvögel in einem strahlenden Blau über den Seerosen schwirren und mittelalterliche Kirchtürme an jeder Biegung erscheinen.
Die kulinarischen Traditionen der Region Brandenburg—des Havellands—reflektieren ihre Flüsse und Wälder. Süßwasserfische dominieren: Havel-Zander, Aal, der über Erlenholz geräuchert wird, und Karpfen, zubereitet im traditionellen Silvesterstil. Die sandigen Böden der Region produzieren außergewöhnlichen Spargel (Beelitzer Spargel, einer der begehrtesten in Deutschland), und die umliegenden Obstgärten liefern Äpfel für den Apfelwein, der für Brandenburg das ist, was Cidre für die Normandie ist. Die Craft-Bier-Szene Brandenburgs, verankert in historischen Brauereien, produziert Pilsner und Weizenbiere, die perfekt mit den herzhaften Speisen der Region harmonieren.
CroisiEurope und VIVA Cruises navigieren die Havel nach Brandenburg und bieten den Flusskreuzfahrtgästen Zugang zu einer Stadt, die die Schichten der deutschen Geschichte verkörpert – von der mittelalterlichen slawischen Besiedlung über den preußischen Aufstieg bis hin zur Erneuerung nach der Wiedervereinigung – in einer Kulisse von außergewöhnlicher natürlicher Schönheit. Die kompakte Inselgeographie der Stadt macht sie äußerst fußgängerfreundlich, und die Uferpromenaden laden zu einem gemütlichen Spaziergang ein. Von Mai bis September bietet das wärmste Wetter ideale Bedingungen für Erkundungen im Freien und Wasseraktivitäten, während die Spargelsaison (April–Juni) einen besonders köstlichen Grund für einen Besuch liefert.
