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Rüdesheim am Rhein liegt am südlichen Tor zur Rheinschlucht, dem fünfundsechzig Kilometer langen Abschnitt des Flusses zwischen Koblenz und Bingen, der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, aufgrund seiner außergewöhnlichen Konzentration an Burgen, Weinbergen und mittelalterlichen Städten. Die Römer pflanzten vor fast zweitausend Jahren die ersten Reben an diesen steilen, sonnenverwöhnten Hängen, und Rüdesheim steht seitdem im Zentrum des Rheinhessischen Weinbaus. Das bekannteste Wahrzeichen der Stadt ist die Drosselgasse, eine 144 Meter lange Kopfsteinpflastergasse voller Weinstuben und Live-Musik, die seit dem neunzehnten Jahrhundert Besucher anzieht – eine Ansammlung von Gemütlichkeit, die sowohl äußerst touristisch als auch unwiderstehlich unterhaltsam ist.
Über der Stadt thront das Niederwald-Denkmal – eine kolossale Bronzestatue der Germania, die 1883 errichtet wurde, um die deutsche Einigung zu feiern – und blickt von einem bewaldeten Hügel auf den Rhein. Die Seilbahn, die zum Denkmal hinaufführt, bietet atemberaubende Ausblicke auf die Weinberge, die sich malerisch in Richtung des Flusses erstrecken, die grüne Insel Niederwerth und die Mündung von Rhein und Nahe bei Bingen. Unterhalb des Denkmals beherbergt das Niederwald-Naturschutzgebiet Rehe, Wildschweine und eines der besten Wanderwege im Rheintal. In der Stadt überrascht das Siegfrieds Mechanisches Musikkabinett – ein Museum für selbstspielende Instrumente vom 18. bis zum 20. Jahrhundert – mit einem verspielten Erlebnis: Drehorgeln, Pianolas und Orchestrions führen automatisierte Konzerte auf, die Besucher jeden Alters begeistern.
Die Identität Rüdesheims ist untrennbar mit Wein verbunden. Die Stadt liegt in der Rheingau-Weinregion, einer der renommiertesten Deutschlands, die Rieslinge von kristalliner Reinheit aus steilen Schieferhängen hervorbringt. Das Rüdesheimer Schloss, ein historisches Weingut im Herzen der Stadt, bietet Verkostungen in Kellern, die bis ins zwölfte Jahrhundert zurückreichen. Rüdesheimer Kaffee – eine theatralische Zubereitung von Asbach-Brandy, flambiert mit Zuckerwürfeln und gekrönt mit Kaffee und Schlagsahne – ist das Signature-Getränk der Stadt. In Kombination mit einem Teller Winzersteaks oder einer Schüssel Rheingauer Handkäse (Sauerrahmkäse, mariniert in Essig und Zwiebeln) fängt es den Geist der Rheingauer Weinkultur ein.
Flussausflüge von Rüdesheim durchqueren den dramatischsten Abschnitt des Rheins. Der Loreley-Felsen, eine steile Schieferklippe, die 120 Meter über dem Fluss emporragt und wo die Legende besagt, dass eine Sirene Seeleute in ihr Verderben lockte, liegt vierzig Minuten flussabwärts mit dem Boot. Zwischen Rüdesheim und der Loreley zieren über vierzig Burgen — darunter die Inselburg Pfalzgrafenstein und die Burgruine Rheinfels auf dem Hügel — die Schlucht. Auf der anderen Seite des Flusses ist die Stadt Assmannshausen berühmt für ihren Spätburgunder, eine Seltenheit in einer Region, die von Weißweinen dominiert wird. Das Kloster Eberbach, dreißig Minuten landeinwärts, diente als Drehort für "Der Name der Rose" und beherbergt eine bemerkenswerte Sammlung mittelalterlicher Weinpressen.
Rüdesheim wird von AmaWaterways auf Rheinflussreisen bedient, wobei Schiffe wie die AmaCerto, AmaLucia und AmaPrima hier im Rahmen von Reisen zwischen Basel und Amsterdam anlegen. Nahegelegene Stopps sind Koblenz, Mainz und die Mosel-Mündung. Die Saison erstreckt sich von April bis Oktober, wobei die Traubenlese im Oktober und der stimmungsvolle Weihnachtsmarkt im Dezember besondere Höhepunkte bieten — das goldene Herbstlicht des Rheingaus ist allein schon ein Grund, um zu besuchen.








