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Die mittelalterlichen Ursprünge von Wertheim sind in den Ruinen verankert, die noch immer die Mündung von Main und Tauber dominieren: Die Grafenburg, erbaut von den Grafen von Wertheim im 12. Jahrhundert, war bis zu ihrer weitgehenden Zerstörung während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) eine der mächtigsten Festungen der fränkischen Region. Von ihren zerfallenden Türmen aus offenbart sich die umliegende Landschaft in ihrer vollen mittelalterlichen Logik – die Flüsse bildeten natürliche Gräben, die umliegenden Hügel hielten Weinberge, die den Weinhandel versorgten, und die Stadt an der Mündung kontrollierte den Schiffsverkehr, der die Grafen wohlhabend machte. Diese Ruinen, die in ihrem romantischen Zustand des teilweisen Zusammenbruchs erhalten sind, gehören zu den eindrucksvollsten Burgruinen entlang des gesamten Rheins-Main-Flusssystems.
Die Altstadt von Wertheim ist ein Lehrbuchbeispiel fränkischer mittelalterlicher Stadtplanung. Ihre Fachwerkhäuser – einige stammen aus dem 15. Jahrhundert – lehnen sich gesellig über die schmalen Gassen, die auf das Marktplatz mit dem 16. Jahrhundert erbauten Rathaus zulaufen. Die Stiftskirche, mit ihrem aufwendigen gotischen Chor und den kunstvoll gestalteten Grabmonumenten der Grafen von Wertheim, ist das schönste sakrale Innere der Region. Die Mündung von Tauber und Main lässt sich von der Engelbrücke aus beobachten, einer mittelalterlichen Brücke, deren Lage einen der meistfotografierten Ausblicke im fränkischen Weinland bietet – zwei Flüsse, die aufeinandertreffen, deren Farben kurzzeitig deutlich sind, bevor sie im breiteren Mainstrom verschmelzen.
Die kulinarische Identität Wertheims wird durch seine Lage im Weinbaugebiet Taubertal geprägt, wo die fränkische Weinkultur charakteristische Silvaner, Müller-Thurgau und Spätburgunder in den typischen Bocksbeuteln hervorbringt — den flachen, rundbodigen Flaschen, deren Form rechtlich geschützt und exklusiv für fränkische Weine ist. Maultaschen — große Eiernudelteigquadrate, gefüllt mit Fleisch, Spinat und Brot, oft als "schwäbische Ravioli" bezeichnet — werden in der Region in köstlichen Gasthäusern entweder in Brühe gegart oder in Butter angebraten serviert. Zwiebelkuchen, die fränkische Zwiebeltarte aus Quark und Kümmel, harmoniert perfekt mit dem knochentrockenen Silvaner, den die örtlichen Winzer als ihr Kronjuwel betrachten.
Wertheims Lage an der Mündung von Main und Tauber macht die Stadt zu einem idealen Ausgangspunkt für einige der lohnendsten historischen Städte Deutschlands. Würzburg, die barocke Bischofsstadt mit ihrem UNESCO-geschützten Residenzpalast und der beeindruckenden Festung Marienberg, liegt 60 Kilometer östlich. Miltenberg, 40 Kilometer westlich, gilt als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte in Bayern, deren Marktplatz wie eine Filmkulisse aus halben Fachwerkhäusern wirkt. Das Taubertal führt südwärts nach Rothenburg ob der Tauber — Deutschlands meistbesuchte mittelalterliche Stadt mit Stadtmauer — 70 Kilometer flussaufwärts. Flussabwärts vervollständigen der nahegelegene Rheinhafen Kehl, die historische Stadt Andernach sowie die Weingüter von Winningen und Geesthacht die Flussreise.
Wertheim dient als Kreuzfahrthafen am Main und für den Rhein-Main-Donau-Kanal für A-ROSA, AmaWaterways, Avalon Waterways, Celebrity Cruises, CroisiEurope, Emerald Cruises, Riviera Travel, Scenic River Cruises, Tauck, Uniworld River Cruises, Viking und VIVA Cruises. Die Reiserouten kombinieren typischerweise Wertheim mit Kehl am Rhein, Geesthacht, Andernach und Winningen. Die fränkische Weinernte im September und Oktober — wenn die Weinberge an den Hängen golden leuchten und die Dorffeste den neuen Jahrgang in mit Steinplatten ausgelegten Höfen servieren — ist die beste Zeit, um diese stillschöne Ecke Deutschlands zu erleben.




