Grönland
Alpefjord, Northeast Greenland National Park
Innerhalb der Grenzen des größten Nationalparks der Erde — des Nordostgrönland-Nationalparks, der 972.000 Quadratkilometer Eis, Berge und Tundra umfasst — schneidet der Alpefjord tief in das grönländische Inland mit einer Pracht, die gewöhnliche Beschreibungen übersteigt. Benannt von dänischen Entdeckern, die in seinen majestätischen Gipfeln und vergletscherten Tälern ein Echo der Schweizer Alpen sahen, bietet dieses Fjordsystem Landschaften von solch gewaltigem Maßstab und unberührter Schönheit, dass viele Besucher ihn als den spektakulärsten Ort beschreiben, den sie je erlebt haben. Der Park selbst hat keine permanenten menschlichen Bewohner — nur einige saisonale Forschungsstationen und die verstreuten Patrouillenhäuschen der Sirius-Schlittenpatrouille, Dänemarks elite Arktiseinheit, die diese weite Wildnis mit dem Hundeschlitten patrouilliert.
Der Charakter des Alpefjord ist von überwältigendem vertikalem Drama geprägt. Berge erheben sich von den Ufern des Fjords zu Gipfeln, die 2.000 Meter übersteigen, ihre Flanken durch Gletscher gezeichnet, die in gefrorenen Flüssen bis zum Wasserrand hinabsteigen. Der Fels ist uralt — hauptsächlich präkambrischer Gneis und spätere sedimentäre Formationen — und die Muster von Farbe und Textur an den Klippen schaffen eine natürliche Kunstgalerie, die vom Deck des Schiffes aus sichtbar ist. Am Ende des Fjords kalben Tidewasser-Gletscher Eisberge in Wasser, das häufig mit Eis verstopft ist, was Navigationsherausforderungen schafft, die jedem Besuch einen echten Expeditionscharakter verleihen. Die Stille, in Abwesenheit des Windes, ist absolut — eine Eigenschaft, die Reisende sowohl als friedlich als auch leicht beunruhigend beschreiben.
Die Tierwelt im Alpefjord und dem umliegenden Nationalpark hat sich an die Bedingungen extremer Härte angepasst. Moschusochsen, Überbleibsel der pleistozänen Megafauna, die die letzte Eiszeit überlebt haben, weiden auf der spärlichen Tundravegetation der unteren Hänge des Fjords, ihre zotteligen Formen bewegen sich mit der unaufgeregten Zuversicht von Tieren, die dieses Terrain seit zehntausenden von Jahren bewohnen. Arktische Hasen, Füchse und Hermeline bewohnen die Täler, während die Fjordgewässer Ringelrobben und gelegentlich einen vorbeiziehenden Eisbären beherbergen. Die Vogelwelt, obwohl weniger dicht als in produktiveren marinen Umgebungen, umfasst Gyrfalken, Schneeeulen und die Brandgänse, die an den hohen Klippen brüten, bevor sie zu ihren Winterquartieren in Schottland und Irland migrieren.
Die Erkundung des Alpefjords umfasst typischerweise Zodiac-Ausflüge entlang der Fjordwände und zu seinem Gletscherkopf, kombiniert mit Landungen, die Tundra-Wanderungen durch Landschaften bieten, die nur wenige Menschen je betreten haben. Die geologische Vielfalt, die auf diesen Wanderungen zu entdecken ist, ist außergewöhnlich: fossilierte marine Organismen in sedimentären Schichten, Gletscherblöcke — Felsen, die von alten Eisschichten über Meilen von ihrem Ursprung transportiert wurden — und die charakteristischen U-förmigen Talprofile, die von der Kraft der glazialen Erosion über Millionen von Jahren zeugen. Für diejenigen mit den nötigen Fähigkeiten und Bedingungen bietet das Kajakfahren im Fjord die intimste Möglichkeit, mit dieser Landschaft in Kontakt zu treten — paddeln in Stille unter Klippen, die einen Kilometer über dem Wasser thronen.
Der Alpefjord ist ausschließlich mit einem Expeditionskreuzfahrtschiff erreichbar, typischerweise im Rahmen von Routen, die Ostgrönland und den Nordostgrönland-Nationalpark erkunden. Die befahrbare Saison ist äußerst kurz — in der Regel von August bis Anfang September — und der Zugang hängt von den Eisbedingungen ab, die nicht weit im Voraus vorhergesagt werden können. Die Schiffe müssen durch das Packeis der Grönlandsee navigieren, um die Fjordsysteme des Parks zu erreichen, und nicht jeder Versuch ist erfolgreich. Diese Ungewissheit ist Teil des Erlebnisses: Der Alpefjord belohnt diejenigen, die ihn erreichen, mit einer Landschaftserfahrung von solcher Kraft und Einsamkeit, dass sie zu den außergewöhnlichsten Begegnungen mit der Natur gehört, die auf unserem Planeten verfügbar sind.