
Italien
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An den Klippen der Amalfiküste haftend, wie ein Wasserfall aus pastellfarbenem Konfetti, das im freien Fall erstarrt ist, ist Positano das am häufigsten fotografierte und vielleicht das romantischste Dorf an der gesamten Mittelmeerküste. Der Schriftsteller John Steinbeck, der 1953 zu Besuch war, beschrieb es als "einen Traumort, der nicht ganz real ist, wenn man dort ist, und nach dem man gegangen ist, verlockend real wird." Jahrzehnte später bleiben seine Worte die genaueste Einschätzung eines Ortes, dessen Schönheit so extravagant ist, dass sie scheint, als sollte sie nur in der Vorstellung existieren.
Das Dorf stürzt in einem nahezu vertikalen Fall aus rosa, terrakottafarbenen, ockerfarbenen und weißen Häusern die Klippe hinab, die scheinbar übereinander gestapelt sind und durch steile Treppen und schmale Pfade verbunden werden, die sich hinunter zum Kieselstrand und seinem Cluster von Fischerbooten schlängeln. Bougainvillea fällt von jedem Balkon, Zitronenbäume parfümieren die Luft von versteckten Terrassen, und die Kuppel der Chiesa di Santa Maria Assunta — bedeckt mit Majolika-Fliesen, die im mediterranen Licht gold und grün schimmern — bietet den visuellen Anker, der jede Aussicht orientiert. Es gibt keine flachen Straßen in Positano: Das Leben hier verläuft ständig in einem Hang, und jeder Ausflug zum Strand ist ein Abstieg, der auf dem Rückweg umgekehrt werden muss.
Der Strand von Positano – Spiaggia Grande – ist ein Halbmond aus dunklen grauen Kieseln, der auf der einen Seite von den dramatischen Klippen des Dorfes und auf der anderen Seite vom Tyrrhenischen Meer umrahmt wird. Bunte Mietsonnenschirme und Liegen reihen sich in ordentlichen Reihen über die Steine, während Restaurants und Bars die Ufergebäude besetzen und eine Szene schaffen, die seit den 1960er Jahren den italienischen Küstenglanz definiert, als Positano zum Ziel für Künstler, Schriftsteller und die internationale Jetset wurde. Die Li Galli-Inseln – drei kleine felsige Eilande, die vor der Küste sichtbar sind und einst Rudolf Nureyev gehörten – verleihen dem Ort einen Hauch von mythologischer Resonanz: Laut Homer waren sie die Heimat der Sirenen, die Odysseus verführten.
Positanos Beitrag zur italienischen Mode ist real und unverwechselbar. Der "Moda Positano"-Stil – fließende Kleider, Leinenhemden und Sandalen in lebhaften Farben und Mustern – entstand in den 1960er Jahren, als lokale Schneider begannen, Resortmode zu kreieren, die die mühelose, sonnenverwöhnte Ästhetik des Dorfes einfing. Heute verkaufen Dutzende von Boutiquen entlang der gestuften Gassen diese lokal gefertigten Kleidungsstücke, und das Tragen von Positano-Mode während eines Essens auf einer Terrasse mit Blick auf das Meer bleibt eines der großartigen Stil-Erlebnisse des italienischen Sommers. Das Essen, das manchmal als touristisch orientiert abgetan wird, erreicht in den ruhigeren Restaurants, die abseits des Hauptstrandes versteckt sind, echte Exzellenz – frische Pasta mit Muscheln, gegrillter ganzer Fisch und der allgegenwärtige Insalata Caprese, zubereitet mit Mozzarella und Tomaten von außergewöhnlicher Qualität.
Positano ist von Neapel aus auf der Straße erreichbar (ungefähr 90 Minuten über die berühmte, serpentinenreiche Amalfitanische Küstenstraße), mit der Fähre von Neapel, Sorrent oder Amalfi oder per Tender von Kreuzfahrtschiffen, die vor der Küste ankern. Die steil abfallende Natur des Dorfes bedeutet, dass Besucher mit eingeschränkter Mobilität sorgfältig planen sollten – einige Hotels und Restaurants sind nur über Hunderte von Stufen erreichbar. Die Sommermonate von Juni bis September bringen das wärmste Wetter und die lebhafteste Atmosphäre, während Mai und Oktober ein ruhigeres Erlebnis mit ebenso schönem Licht bieten. Positano ist ein Ort, an dem das Wort "malerisch" sich erschöpft und durch etwas Stärkeres ersetzt werden muss – es ist ein Dorf, das seine unwahrscheinliche Geografie in Kunst verwandelt hat.








