
Japan
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Ishigaki ist das Tor zu Japans letzter Grenze – den Yaeyama-Inseln, einem subtropischen Archipel, der näher bei Taiwan als bei Tokio liegt. Hier schaffen Korallenriffe, Mangrovenwälder und ein Lebensrhythmus, der mehr polynesisch als japanisch ist, ein Erlebnis, das jede Annahme in Frage stellt, die Besucher über das Land der aufgehenden Sonne mitbringen.
Die Gewässer der Insel beherbergen Japans feinste Korallenriffe, in denen über dreihundert Korallenarten außergewöhnlich vielfältige Unterwasser-Gärten bilden. Das Shiraho-Riff an der Ostküste von Ishigaki ist die Heimat der größten Kolonie von blauen Korallen (Heliopora coerulea) der Welt – eine Art von solcher Seltenheit, dass ihre Konzentration hier internationale Anerkennung im Bereich des Naturschutzes erhalten hat. Schnorcheln und Tauchen von Ishigaki aus ermöglichen den Zugang zu Riffsystemen, die von Meeresbiologen zu den besten im Korallendreieck gezählt werden.
Das kulturelle Erbe der Yaeyama-Inseln spiegelt ihre Distanz zur japanischen Festlandautorität wider. Der lokale Dialekt – die Yaeyama-Sprache – ist für Sprecher des Festlandjapanisch kaum verständlich. Die Musiktradition, die sich um die Sanshin (eine dreisaitige Laute) gruppiert, trägt okinawanische und ryukyuansiche Einflüsse in sich, die diese Inseln enger mit den musikalischen Traditionen Südostasiens verbinden als mit dem Koto und Shamisen von Tokio und Kyoto. Die Yaeyama Minsa-Webtradition – kunstvolle Baumwolltextilien mit Mustern, die historisch gesehen Heiratsanträge kommunizierten – wurde als traditionelles japanisches Handwerk anerkannt.
Costa Cruises, Holland America Line, MSC Cruises, Oceania Cruises, Princess Cruises und Royal Caribbean haben Ishigaki in ihren Ostasiatischen und transozeanischen Reiserouten aufgenommen. Die Kabira-Bucht der Insel, wo smaragdgrünes Wasser eine von Dschungelhügeln umgebene Bucht füllt, zählt konstant zu den schönsten Ausblicken Japans und bietet Zugang zu den darunterliegenden Korallengärten mit Glasbodenbooten.
Von März bis Oktober herrschen die wärmsten Bedingungen, wobei Juni bis September die beste Wasserklarheit zum Schnorcheln bietet, obwohl die Regenzeit im Juni berücksichtigt werden sollte. Ishigaki ist das Japan, das Reiseführer nie zeigen – tropisch, unaufgeregt und mit einer kulturellen Identität, die den Besuchern vor Augen führt, wie viel Vielfalt innerhalb dessen existiert, was die Welt leichtfertig als homogene Nation betrachtet.



