
Japan
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Okinawa nimmt einen einzigartigen Platz in der japanischen Vorstellung ein – Teil tropisches Paradies, Teil lebendiges Archiv des Ryukyu-Königreichs, einer Zivilisation, die fast fünf Jahrhunderte lang unabhängig blühte, bevor sie 1879 von Japan annektiert wurde. Die Ryukyuaner waren Meister der Seefahrt und Diplomatie, pflegten Handelsbeziehungen mit China, Korea und Südostasien und entwickelten eine Kultur, die sich in Sprache, Musik und Kampfkünsten deutlich vom Festland-Japan unterschied. Die Ruinen des Shuri-Schlosses, ein UNESCO-Weltkulturerbe, das hoch über Naha thront, beschwören noch immer die Pracht eines Hofes, der einst jeden in Ostasien rivalisierte, selbst nach der verheerenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und den anschließenden Rekonstruktionen.
Modernes Okinawa pulsiert mit einer ganz eigenen Energie. Naha's Kokusai-dori – die Internationale Straße – ist ein ein Meile langer Korridor aus Geschäften, Izakayas und Live-Musik-Lokalen, wo der Klang des Sanshin (einem dreisaitigen okinawanischen Instrument) aus den Türen zu allen Stunden dringt. Doch nur einen Block von der Hauptstraße entfernt findet man ruhige Viertel, in denen ältere Bewohner die täglichen Rituale praktizieren, die Okinawa zu einer der Blue Zones der Welt gemacht haben, Orte, an denen Menschen regelmäßig über 100 Jahre alt werden. Das Konzept des Ikigai – ein Grund zu leben – durchdringt alles hier, von der Großmutter, die ihren Garten pflegt, bis hin zum Meistertöpfer im Tsuboya-Tonwarenviertel.
Die okinawanische Küche unterscheidet sich dramatisch von der Küche des japanischen Festlands und spiegelt Jahrhunderte des Einflusses aus China und Südostasien wider. Rafute, Schweinebauch, der stundenlang in Awamori (Okinawas einheimischem Destillat), Sojasauce und braunem Zucker geschmort wird, schmilzt bereits beim geringsten Berühren. Goya champuru – ein Pfannengericht aus Bittermelone, Tofu, Ei und Schweinefleisch – ist das Inbegriff eines hausgemachten Gerichts, vollgepackt mit Nährstoffen, die angeblich die legendäre Langlebigkeit der Insel fördern. Soba bedeutet hier etwas völlig anderes: dicke Weizennudeln in einer Brühe aus Schweinefleisch und Bonito, garniert mit zarten Rippchen. Und dann gibt es noch Taco Rice, eine glorreich unironische Fusion, die aus der amerikanischen Militärpräsenz hervorging – gewürztes Hackfleisch, Salat, Käse und Salsa über dampfendem Reis.
Jenseits von Naha, der Hauptinsel Okinawas, und ihrer umliegenden Inselgruppe verbergen sich einige der außergewöhnlichsten Naturlandschaften Japans. Die Kerama-Inseln, nur dreißig Minuten mit der Hochgeschwindigkeitsfähre entfernt, bieten Gewässer von solch kristalliner Klarheit, dass sie den Namen "Kerama Blue" tragen, mit Meeresschildkröten, die über Korallenriffe gleiten, die bereits von der Oberfläche aus sichtbar sind. Die Klippenformationen des Kap Manzamo rahmen das Ostchinesische Meer in dramatischen natürlichen Bögen ein. Der nördliche Yanbaru-Wald, ein UNESCO-Weltnaturerbe, beherbergt endemische Arten, darunter den Okinawa-Rail, einen flugunfähigen Vogel, der erst 1981 entdeckt wurde. Für Geschichtsinteressierte bietet der Okinawa Peace Memorial Park eine zutiefst bewegende Hommage an die Schlacht von Okinawa, eine der verheerendsten Auseinandersetzungen des Pazifikkriegs.
Die Holland America Line inkludiert Okinawa in ausgewählten Asien-ITINERARIES und bietet den Passagieren eine seltene Gelegenheit, Japans subtropische Grenze zu erleben. Die Schiffe legen am Hafen von Naha an, der günstig im Stadtzentrum gelegen und durch eine Monorail mit der Kokusai-Straße verbunden ist. Das optimale Besuchsfenster reicht von März bis Mai, wenn die Kirschblüten (die hier einen ganzen Monat früher blühen als in Tokio) die Insel in ein zartes Rosa tauchen und die Temperaturen warm sind, ohne die drückende Feuchtigkeit des Sommers. Die Taifunsaison dauert von Juni bis Oktober, was Frühling und Herbst zu den zuverlässigsten Perioden für ruhige Kreuzfahrten auf dem Meer macht. In Okinawa offenbart Japan ein Gesicht, das es der Welt selten zeigt – wärmer, wilder und unendlich komplexer, als es das Festland allein je vermuten lassen könnte.

