
Spanien
La Coruna, Spain
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Wo der Atlantik auf uralte Steine trifft, wacht La Coruña seit mehr als zwei Jahrtausenden über die raue Küste Galiziens. Die Römer kannten es als Brigantium und errichteten hier im späten ersten Jahrhundert den Herkulesturm — einen Leuchtturm, der Seefahrer seit nahezu zweitausend Jahren ununterbrochen geleitet hat und heute als das älteste funktionierende römische Bauwerk dieser Art auf der Erde gilt, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Aus genau diesem Hafen entsandte Philipp II. 1588 die unglückselige spanische Armada und hier führte die lokale Heldin María Pita ein Jahr später die erbitterte Verteidigung der Stadt gegen die Vergeltungsbelagerung von Sir Francis Drake.
Die Ankunft auf dem Seeweg offenbart, warum La Coruña den Namen "Stadt aus Glas" trägt. Die geschlossenen Galerien — galerías — entlang der Uferpromenade fangen das wechselnde galizische Licht ein, ihre weiß gerahmten Fenster stapeln sich himmelwärts wie leuchtende Waben entlang der Avenida de la Marina. Hinter dieser kristallinen Fassade entfaltet sich die Ciudad Vieja in einem Labyrinth aus granitbepflasterten Gassen, romanischen Kirchen und intimen Plätzen, wo der Duft von Holzrauch mit der salzigen Meeresluft verschmilzt. Die Atmosphäre ist unbeschwert, tief literarisch — Emilia Pardo Bazán, eine der größten Romanautorinnen Spaniens, wurde in diesen Straßen geboren — und erfrischend unberührt von dem Massentourismus, der den mediterranen Süden prägt.
Galiziens kulinarische Identität basiert gleichermaßen auf dem Meer und dem Land, und La Coruña ist sein raffiniertester Tisch. Beginnen Sie mit pulpo á feira — zartem Oktopus, der über geschnittenen Kartoffeln drapiert, mit Pimentón de la Vera bestäubt und mit galizischem Olivenöl überzogen ist — am besten an einem Holztisch im Mercado de la Plaza de Lugo genossen. Die pescaderías der Stadt quellen über vor percebes, den prähistorisch aussehenden Gooseneck-Muscheln, die von den von Wellen gepeitschten Klippen geerntet werden und für ihre intensiv salzige Süße außergewöhnliche Preise erzielen. Kombinieren Sie eine cazuela von lacón con grelos — gepökelter Schweineschulter, geschmort mit Rübstiel — mit einem knochentrockenen Albariño aus den Rías Baixas, und Sie werden verstehen, warum die Galizier sagen, ihre Küche benötigt keine Verzierungen, nur ehrliche Zutaten. Für den finalen Akzent suchen Sie nach filloas, den gossamer-dünnen Crêpes, gefüllt mit Sahne oder mit Honig beträufelt, eine Tradition, die auf die Karnevalszeit zurückgeht, aber zunehmend das ganze Jahr über in den pastelerías der Stadt zu finden ist.
Von La Coruña aus zieht der alte Camino de Santiago in östlicher Richtung durch Eukalyptuswälder zur Kathedralstadt Santiago de Compostela, die kaum eine Stunde entfernt ist. Das bergige Heiligtum von Cangas de Onís in Asturien – das Tor zu den Picos de Europa und Heimat der Basilika von Covadonga aus dem achten Jahrhundert – liegt in Reichweite für diejenigen, die von Spaniens wildem Inneren angezogen werden. Weiter entfernt bieten Madrids Prado und die sonnengebleichten Befestigungen von Cádiz ein Studium der Kontraste mit Galiziens keltisch gefärbtem Grün, während das balearische Schimmern Ibizas einen mediterranen Kontrapunkt liefert, der nur unterstreicht, wie wunderbar apart diese atlantische Ecke Spaniens wirklich ist.
Der Tiefwasserhafen von La Coruña bietet Platz für das gesamte Spektrum des Ozeanreisens, von den intimen Expeditionsschiffen von Ponant und der unaufdringlichen Raffinesse von Seabourn und Regent Seven Seas Cruises bis hin zu den grandiosen Ozeanlinern von Cunard und der zeitgenössischen Eleganz von Oceania Cruises und Viking. Princess Cruises, Royal Caribbean und MSC Cruises machen die Stadt für ein breiteres Publikum zugänglich, während P&O Cruises, Fred Olsen Cruise Lines und Ambassador Cruise Line sie zu einem festen Bestandteil der Routen in den Britischen Inseln und im Atlantik machen. Deutsche Reisende werden La Coruña prominent auf den AIDA- und TUI Cruises Mein Schiff Reisen entlang der westlichen Küste Europas finden. Egal auf welchem Deck Sie stehen, wenn der Herkulesturm in Sicht kommt, das Gefühl bleibt dasselbe: ein schneller Atemzug, ein Gefühl, an einem alten und unberührten Ort anzukommen, wo der Kontinent leise endet und der Ozean beginnt.


