
Schweiz
Lucerne
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Lange bevor die prächtigen Hotels entlang der Uferpromenaden des Vierwaldstättersees errichtet wurden, war Luzern eine bescheidene Siedlung, die den wichtigen Gotthardpass bewachte – den Gebirgskorridor, der Nordeuropa mit der italienischen Halbinsel verband. Im 13. Jahrhundert hatte sich die Stadt so wohlhabend entwickelt, dass sie ihr markantestes Wahrzeichen in Auftrag gab: die Kapellbrücke, eine überdachte Holzbrücke, die sich über den Reussfluss spannt, deren Innenraum mit dreieckigen Gemälden aus dem 17. Jahrhundert geschmückt ist, die die Stadtpatrone und die Schweizer Geschichte darstellen. Obwohl das Bauwerk 1993 durch ein Feuer beschädigt wurde, wurde es sorgfältig restauriert und bleibt heute eine der ältesten und meistfotografierten überdachten Brücken Europas.
Luzern befindet sich in einer der dramatischsten Kulissen der Schweiz – ein kompaktes mittelalterliches Zentrum, das zwischen den strahlenden Gewässern des Vierwaldstättersees und den zerklüfteten Silhouetten des Pilatus und des Rigi eingebettet ist. Die bemalten Fassaden der Altstadt, die pastellfarbenen Zunfthäuser und der geschwungene Bogen der Museggmauer – einer im 14. Jahrhundert erbauten Befestigungsanlage, die noch immer mit neun Wachtürmen versehen ist – erwecken den Eindruck einer Stadt, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart schwebt. Die Rosengart Sammlung, untergebracht in einer neoklassizistischen ehemaligen Bank, birgt einen intimen Schatz von Picasso und Paul Klee, während das Verkehrshaus der Schweiz eine unerwartet fesselnde Reise durch die Ingenieursambitionen des Landes bietet.
Die kulinarische Landschaft von Luzern ist tief in der zentralen Schweizer Tradition verwurzelt. Käseschnitten – dicke Scheiben von geröstetem Brot, die unter würzigem Gruyère und Emmental geschmolzen werden – erreichen dampfend die holzvertäfelten Tavernen der Altstadt. Älplermagronen, ein herzhaftes alpines Makkaroni-Gratin, gekrönt mit karamellisierten Zwiebeln und serviert mit warmer, eingekochter Apfelmus, ist das Gericht, das die Einheimischen als ihr Eigen beanspruchen. Für etwas Leichteres füllt der wöchentliche Wochenmarkt entlang der Reuss sich mit Rädern regionalen Käses, handgefertigten Wurstwaren und duftenden Broten von lokalen Bäckern. Die Rathaus Brauerei, eine Mikrobrauerei, die direkt unter dem Rathaus aus dem 17. Jahrhundert installiert ist, zapft kupferne Lagerbiere, die wunderbar mit der bergbeeinflussten Küche der Stadt harmonieren.
Eine kurze Zahnradbahn- oder Seilbahnfahrt eröffnet zwei der ikonischsten Aussichtspunkte der Schweiz: den Pilatus (2.132 Meter), der in mittelalterlichen Legenden als Begräbnisstätte von Pontius Pilatus gilt, und den Rigi (1.798 Meter), der von romantischen Malern des 19. Jahrhunderts als "Königin der Berge" bezeichnet wurde. Tagesausflügler können nach Grindelwald im Berner Oberland reisen – etwa 90 Minuten mit dem Zug – um die Nordwand des Eigers zu bewundern, oder in südlicher Richtung nach Interlaken, das am Zusammenfluss der Seen Thun und Brienz liegt. Das Dorf Gruyères, etwa eine Stunde mit der Bahn entfernt, belohnt seine Besucher mit einem märchenhaften Schloss und der noch in Betrieb befindlichen Maison Cailler Schokoladenfabrik. In der Nähe liegen Montreux, Genf, St. Moritz und Zürich, die alle bequem für längere Erkundungen erreichbar sind.
Luzern dient als wichtiger Einschiffungs- und Ausschiffungspunkt für Rhein- und Schweizer Seen-Routen, die von Avalon Waterways, Emerald Cruises, Riviera Travel, Scenic River Cruises und Uniworld River Cruises betrieben werden. Die Stadt erstrahlt von Ende April bis Oktober in ihrem vollen Glanz, wenn die spiegelglatte Oberfläche des Sees die schneebedeckten Gipfel im Hintergrund reflektiert – doch der Dezember bringt den bezaubernden Glanz des Luzerner Weihnachtsmarktes entlang der alten Stadtmauern, was sie auch im Winter zu einem magischen Ort macht.







