
Türkei
Alanya, Turkey
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Alanya klammert sich an eine dramatische, felsige Halbinsel, die wie der Bug eines antiken Schiffs ins Mittelmeer ragt, während die Festung der Seldschuken aus dem 13. Jahrhundert die Landzunge dreihundert Meter über den türkisfarbenen Gewässern darunter krönt. Dieser Abschnitt der Türkischen Riviera wird seit der Antike begehrt – Berichten zufolge erhielt Kleopatra die Stadt als Geschenk von Mark Anton und der Strand unterhalb des Schlosses trägt noch heute ihren Namen. Doch es war der seldschukische Sultan Alaeddin Keykubat I., der Alanya in den 1220er Jahren seinen prägenden Charakter verlieh, indem er die massiven Befestigungen, den ikonischen Roten Turm (Kızıl Kule) und die Werft (Tersane) errichtete, die einen Piratenhafen in die Winterhauptstadt eines der raffiniertesten Reiche der mittelalterlichen Welt verwandelten.
Die Stadt entfaltet sich in Schichten von Geschichte und Alltag, die vom Schloss hinab cascaden. Die Altstadt, innerhalb der Festungsmauern, ist ein Labyrinth aus Holzhäusern aus der Osmanischen Ära, die in Bougainvillea gehüllt sind, ihre verzierten Balkone überhängen schmale Gassen, die an byzantinischen Kirchen und Zisternen aus der Seldschukenzeit vorbeiführen. Darunter erstreckt sich die moderne Stadt entlang der Küste in beide Richtungen, ihre Uferpromenade gesäumt von Palmen, Cafés und dem endlosen Horizont des Mittelmeers. Die Damlataş-Höhle, 1948 an der westlichen Basis der Halbinsel entdeckt, bietet ein kühles, kathedralenähnliches Innere aus Stalaktiten und Stalagmiten, und ihre feuchte Luft soll Atemwegserkrankungen zugutekommen – was sie zu einer der wenigen Höhlen der Welt mit medizinischem Ruf macht.
Die türkische Mittelmeerküche erreicht in Alanya eine verfeinerte Ausdrucksform. Der Tag beginnt mit einem traditionellen kahvaltı – einem üppigen Frühstücksbuffet aus Käse, Oliven, Honig, clotted cream (kaymak), Eiern und frisch gebackenem Simit-Brot – serviert in Restaurants an den Klippen mit Blick auf das Meer. Gegrillter Seebarsch und Dorade, am Morgen aus den Gewässern darunter gefangen, sind Mittagsgerichte, die nicht fehlen dürfen. Am Abend übernimmt die Tradition der meyhane (Taverne): Meze-Teller mit Hummus, Muhammara (Paprika-Walnuss-Paste) und Oktopussalat leiten die gegrillten Lammkoteletts und Kebabs ein. Die lokale Pide (türkische Fladenbrot-Pizza) kann mit derjenigen der Schwarzmeerregion konkurrieren. Frisch gepresster Granatapfel- und Orangensaft, erhältlich an Straßenständen in der ganzen Stadt, ist das inoffizielle Getränk der türkischen Riviera.
Der Alanya Schlosskomplex selbst ist ein Ziel, das einen halben Tag erfordert, um es richtig zu erkunden. Die äußeren Mauern erstrecken sich über sechs Kilometer entlang des Kamms und umschließen 140 Türme, eine byzantinische Kirche mit freskengeschmückten Wänden und die Ehmedek-Zitadelle – die innere Festung, in die sich die letzten Verteidiger zurückzogen. Der Blick vom Gipfel umfasst an klaren Tagen die gesamte Küste von Antalya bis Anamur. Unten befindet sich der Rote Turm – ein achteckiges Meisterwerk seldschukischer Militärarchitektur – das heute ein ethnografisches Museum beherbergt. Die antike Werft, in den Felsen an der Basis der Halbinsel gemeißelt, ist eine der wenigen erhaltenen mittelalterlichen Marineeinrichtungen der Welt. Bootstouren, die vom Hafen ablegen, umkreisen die Halbinsel, besuchen Meeresgrotten, die phosphoreszierende Höhle und die Liebeshöhle – und bieten eine Perspektive auf die Schlossmauern, die kein landgestützter Besuch erreichen kann.
Alanya dient als Anlaufhafen auf Kreuzfahrtrouten im östlichen Mittelmeer und an der Türkischen Riviera. Der Kreuzfahrthafen befindet sich im Hafen am Fuß der Halbinsel, nur einen kurzen Spaziergang von der Altstadt und der modernen Promenade entfernt. Die beste Reisezeit ist von April bis Juni sowie von September bis November, wenn die Temperaturen warm, aber nicht drückend sind und die Sommermassen entweder noch nicht angekommen oder bereits abgereist sind. Der Sommer (Juli–August) bringt intensive Hitze und Hochsaison für den Tourismus, während der Winter milde Temperaturen, leere Strände und einen Einblick in das authentische türkische Alltagsleben bietet.




